Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 10/08 vom 05.03.2008

"Arztserien sind das Letzte, da haben Sie völlig recht", schreibt eine Leserin zur Kolumne der vergangenen Woche. "Aber vergessen Sie nicht diese, Frauenserien',, Desperate Housewives' ist da echt die schlimmste'". Auch wenn mein Verhältnis zum mädchenaffinen Format ein sehr entspanntes ist - mit den mühsamen Vorstadtgattinen konnte selbst ich nie was anfangen, daran ändert auch die neue Staffel nichts. (Mo, 21.05 Uhr, ORF 1). Dass einen die Hausfrauen-Dramen inklusive Mord, Ehebruch und Krebs so kalt lassen, liegt an der Blutleere dieser Serie, die so gerne abgründig wäre - die üblichen finsteren Geheimnisse hinterm weißen Zaum. Dort in der Vorstadt sind die Gärten gepflegt, die Partys öd und die Männer meist gestört/dämlich/fad/impotent. Die Ladys und ihre Leichen im Keller kommen so platt rüber, dass man schon im voraus ahnen kann, auf was das hinaus läuft. Kein Vergleich mit "Twin Peaks" - ein Fernsehmonument, das vorgemacht hat, wie das Grauen in der Kleinstadtidylle ausschaut. Ich sage nur: Bob, der Dämon mit dem weißen Haar, Hauptdarsteller aller meiner Albträume in den Neunzigern.


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