"Über Nacht waren alle Nazis"

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 10/08 vom 05.03.2008

12. März 1938 Der "Anschluss" wurde als Einmarsch inszeniert und bejubelt. Tatsächlich war es eine langsame, zum Teil sorgfältig organisierte Übernahme, auf die sich viele schon lange vorbereitet hatten.

INTERVIEW Walter Arlen war 18 Jahre alt, als seine Familie 1938 aus Wien vertrieben wurde. Der in Los Angeles lebende Musikwissenschaftler ist derzeit auf Besuch in seiner Geburtsstadt. Ein Gespräch über den Terror rund um den "Anschluss" und die Wut über Österreichs Umgang mit den Vertriebenen nach dem Krieg.

Walter Arlen, 1920 in Wien geboren, erlebte 1938 die dramatische Enteignung und Vertreibung seiner Familie. Als Musikkritiker und Universitätsprofessor arbeitete Arlen in Los Angeles. Mit seiner Schwester Edith Arlen Wachtel wohnt er am 8. März der Eröffnung des Kunstprojektes "Säulen der Erinnerung" bei, das seiner Familie im Gedenken an alle Opfer des Nationalsozialismus gewidmet ist. Der Neubau, der heute an der Stelle des ehemaligen Kaufhauses Dichter, das von Arlens


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