"Jetzt gehört die Stadt Ihnen"

Kultur | Matthias Dusini, Carsten Fastner und Wolfgang Kralicek | aus FALTER 10/08 vom 05.03.2008

KULTURBETRIEB 1938 Auch in den Wiener Kulturinstitutionen war der "Anschluss" von langer Hand vorbereitet. Entsprechend reibungslos verlief die nationalsozialistische Übernahme von Burg, Oper und Museen.

Künstler sind keine besseren Menschen. Auf besonders unangenehme Weise zeigt sich das in politischen Krisensituationen. Der "Anschluss" Österreichs an Nazideutschland lief auch in Theatern, Museen und Konzertsälen wie geschmiert. Für das österreichische Kulturleben war der 12. März 1938 eine Katastrophe. Dass er ästhetisch keine radikale Zäsur darstellt, hängt nicht zuletzt mit der Kulturpolitik des Ständestaats zusammen. Was aber hat sich am 12. März - und in den folgenden Wochen - in den Wiener Kulturinstitutionen verändert? Ein Überblick.

Theater

Als der Regisseur Carl Ebert, der damals gerade "Julius Caesar" inszenierte, am 12. März 1938 das Burgtheater betrat, begrüßte ihn der Bühnenportier mit dem Hitlergruß. Einige Leute liefen bereits mit Hakenkreuzbinden herum,


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