Der entfernte Blick

Kultur | Gerhard Midding | aus FALTER 10/08 vom 05.03.2008

FILM Über ein Jahrzehnt hat Jean-Claude Carrière Drehbücher für Luis Buñuel geschrieben. Im Gespräch mit dem "Falter" erinnert er sich an die Zusammenarbeit und den gemeinsamen Ehrgeiz zur Tortenschlacht.

In seinem Buch "Der unsichtbare Film" erzählt Jean-Claude Carrière, wie er Luis Buñuel die Rezensionen nach Mexiko mitbrachte, die zum Start von "Das Gespenst der Freiheit" 1974 in Paris erschienen waren. "Zum ersten Mal in meinem Leben ist die Kritik durchweg positiv", sagte der Regisseur missgelaunt nach der Lektüre und fügte voller Nostalgie hinzu: "Ein schlechtes Zeichen!" Erst als der Film einige Wochen später in New York herauskam, fand er sein Lächeln wieder: Der Kritiker von Newsweek und etliche seiner Kollegen hatten ihn in Bausch und Bogen verrissen.

Buñuel befand sich damals in einer präzedenzlosen Phase seiner Karriere. Mit großer Gelassenheit, unbelastet von finanziellen Bedrängnissen, konnte er an seinem Spätwerk arbeiten. Er war ein etablierter, weltweit


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