Nüchtern betrachtet

Ich trinke einen Whisky auf Tom Bell

Kultur | aus FALTER 10/08 vom 05.03.2008

Eine langjährige Bekannte aus Deutschland, mit der ich einmal im Jahr etwas essen gehe, wenn die Kellner in der Lage sind, Gerichte bis zur Abfahrt ihres Airport-Shuttles bereitzustellen (der Inder hat da manchmal Probleme mit), meinte unlängst, sie habe den Eindruck, durch die Lektüre dieser Kolumne hinreichend über mein Leben informiert zu sein - nicht ohne hinzuzufügen, dass es mitunter auch etwas unappetitlich zugehe. Ich will mich nicht beschweren und bin gewiss in keiner unterprivilegierten Situation, aber als Mann auf der falschen Seite von vierzig wird es einem auch nicht immer leicht gemacht. Wenn Charlotte Roche unappetitlich ist, wird sie in Talkshows eingeladen, muss Hunderte von Interviews geben, und alle Welt ist vom postfeministischen Prickeln ihrer Auslassungen angetan, während unsereins als just another saubartl in the universe abgetan wird: "Kennen wir schon", winkt die Welt gelangweilt ab, der es natürlich schnurz ist, dass man nicht aus Jux und Tollerei körperliche


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige