Im Ekelbad

Stadtleben | Doris Knecht | aus FALTER 10/08 vom 05.03.2008

HYGIENE Roland Rainers wunderbares Stadthallenbad verkommt.

Wie die Sonne durch das Glas bricht. Wie das 50-Meter-Becken schimmert. Wie sich die roten Stahlträger elegant darüberschwingen. Das Stadthallenbad, zwischen 1971 und 1974 von Roland Rainer erbaut, ist bis heute ein schönes Bad, ja was, eines der schönsten.

Schwimmer betreten es aber vom Bauch des Bades her, und der sieht bis heute so aus wie 1974. Und an manchen Stellen so, als sei seit 1974 nicht geputzt worden. Wobei die Kittelschürzendamen tun, was sie können: Als man zum Beispiel kürzlich bei der Schlüsselrückgabe deponierte, dass die Treppe vom Bad herunter zu den Duschen blutbespritzt sei (was sie, Kehre für Kehre, auch schon gewesen war, als man eineinhalb Stunden zuvor Richtung Bad hinaufstieg), sandte die Dame sofort jemanden, die Misere zu beseitigen. Wobei jene Hygienemiseren, die von den Damen schnell beseitigbar sind, zu den minderen gehören. Was da unten im Bereich der Damenkästchen pickt und wuselt, keimt


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