Würde und Wrestling

Georg Renöckl | Extra | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

LEKTÜREN Kehlmann liest Kehlmann, Glavinic Karl May - so ähnlich haben wir uns das eh immer schon vorgestellt. Dennoch garantieren die unter dem Titel "Unwürdige Lektüren" versammelten Kolumnen eine überraschend vergnügliche Lektüre.

Es kann frustrierend sein, die regelmäßig erscheinenden, oft glänzend geschriebenen Essays zu lesen, in denen bekannte Autoren von ihren prägenden Leseerlebnissen schwärmen. Ein Gefühl der Unterprivilegiertheit macht sich breit, das Bewusstsein eines nie aufzuholenden Rückstands, hat man seine frühe Kindheit nicht mit der aufmerksamen Lektüre des "Tristram Shandy" oder eines zerfledderten, vergilbten, von John Tenniel illustrierten Exemplars von "Alice im Wunderland" zugebracht.

Der Band "Unwürdige Lektüren" verspricht Abhilfe. In 29 ursprünglich in der Literaturzeitung Volltext erschienenen Kolumnen outen sich darin junge und nicht mehr ganz so junge deutschsprachige Autoren hinsichtlich ihrer nichtkanongemäßen Lesevorlieben.

Der Untertitel

  862 Wörter       4 Minuten
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