"Langeweile darf sein"

Extra | Günter Kaindlstorfer | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

DEBÜT Reinhard Kaiser-Mühleckers kurzer Roman "Der lange Gang über die Stationen" kommt völlig ohne Negativklischees aus, wenn er vom Leben auf dem Lande erzählt.

Schon der Titel seines Romandebüts zeigt: Der 25-jährige Reinhard Kaiser-Mühlecker hat es nicht eilig. Der im oberösterreichischen Eberstalzell aufgewachsene Bauernsohn, der erst relativ spät zur Literatur gefunden hat und bereits mit Adalbert Stifter verglichen wurde, ist generell kein Freund großer Gesten. Das erklärt vielleicht auch seine eher ablehnende Haltung gegenüber Thomas Bernhard.

Falter: Eigentlich sollte man ein Interview so nicht beginnen: Wann haben Sie angefangen zu schreiben?

Reinhard Kaiser-Mühlecker: Zu schreiben, langsam, habe ich in Bolivien begonnen. Dort habe ich vor sechs, sieben Jahren Zivilersatzdienst geleistet, 14 Monate lang in einem Armenhospital in San Ignacio de Velasco. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich mich wenig für Literatur interessiert, oder ich habe, besser gesagt, kaum von dieser


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