Alles, was es gerade noch gibt

Alexandra Millner | Extra | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

BAHNFAHRTPROSA Franz Weinzettls "Abseits, auf den Gleisen" zelebriert den flüchtigen Moment verdichteter Wahrnehmung und weist doch weit über sich hinaus.

Eine junge Frau (Studentin?) und er als die beiden einzigen Fahrgäste. So hätte eine Geschichte beginnen können, eine, die er gerne gelesen hätte, wären nur die Bahnstrecke, der Zug, die Landschaft und die Jahreszeiten im Mittelpunkt gestanden, nicht das Paar."

Was sich der Protagonist in Franz Weinzettls neuem Buch "Abseits, auf den Gleisen" erträumt, ist dieses Buch selbst - ein Geschenk des Autors an seinen Protagonisten. Dieser erkundet über drei Jahre lang die nur 21 Kilometer lange Bahnstrecke seiner Kindheit. Er geht die Gleise ab und besteigt den nur mehr selten fahrenden Zug; er beobachtet und fotografiert, hängt seinen Gedanken nach und notiert. Als würde der Zug durch einen Tunnel verdichteter Wahrnehmung fahren, hört er das Rauschen der Bäume in verstärkter Deutlichkeit, sieht er das vom Wind aufgewirbelte Laub

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