Philosophie der Taschen

Extra | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

DENKEN Bestechend klug und stilistisch elegant widmet sich Franz Schuh in seinen jüngsten Büchern zwei großen Themen: der Güte und sich selbst.

Wenn die Erinnerungen von Denkern eher mit Gedankengebäuden als mit prallem Leben gefüllt sind, so vermag das kaum zu verwundern. Wie wir spätestens seit Immanuel Kant wissen, braucht man weder zu reisen, um mitreißende Reiseberichte zu schreiben, noch viel von "der Welt" gesehen haben, um welthaltige Theorien zu entwerfen. Was das mit Franz Schuh zu tun hat? Franz Schuh hat ein Buch namens "Memoiren" vorgelegt, in dem er nicht nur gesteht, kaum aus Wien herausgekommen zu sein, sondern die auch zum weitaus größeren Teil aus Gedanken bestehen denn aus Erinnerungen. Obwohl einer der profundesten Denker und besten Stilisten des Landes, legt Schuh allerdings Wert darauf, kein Philosoph zu sein; ein solcher wäre, Schuhs Definition zufolge, nämlich dazu gezwungen, seine Behauptungen ernsthaft aufrechtzuerhalten, während der Essayist die Möglichkeit


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