Herr Faustini sucht das Glück

Extra | Leopold Federmair | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

FLANIEREN Wolfgang Hermanns zweiter "Faustini"-Roman findet die Welt vor der Haustür.

Lange haftete Wolfgang Hermann der Nimbus eines Miniaturisten an. Abgesehen davon, dass Miniaturen schwerer zu machen sind und das Herz eher erfreuen als grobe Klötze, zeigen spätestens die beiden "Faustini"-Bücher des Autors, dass er ein Erzähler ist, der die Bögen nach Belieben zu spannen versteht - auch wenn der Name eine Verkleinerungsform darstellt und die erzählten Geschichten alte Mythen und Epen parodieren, um sie aus dem "Schicksalhaften" auf ein menschliches und zeitgenössisches Maß herunterzustutzen. Vielleicht nicht ganz nach dem Belieben ihres Autors, der sich gar nicht immer einmischen will, sondern nach dem Belieben der sich fortspinnenden Episoden, der Bilderfolge, der bald zufälligen, bald notwendigen, bald herbeifantasierten Begegnungen: wie bei einem Spaziergang, wenn eher der Hund als der Herr bestimmt, wohin es gehen soll - immer der Nase nach.

Ja, Wolfgang Hermann entwickelt


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