Justiz oder Gerechtigkeit

Extra | Daniela Strigl | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

FIN DE SIECLE Weder als Jurist noch als Pamphletist hatte Walther Rode (1876-1934) auch nur die geringste Scheu, sich mit den Mächtigen anzulegen. Eine Werkausgabe bietet Gelegenheit, sich mit den Schriften dieses rebellischen Polemikers auseinanderzusetzen.

Karl Kraus hat ihn nicht gemocht. Vielleicht waren die Temperamente der beiden einander zu ähnlich. Auch Walther Rode war ein gnadenloser Spötter und messerscharf argumentierender Sprachkünstler; auch er zog als angreifender Verteidiger alle Register seiner rhetorischen Orgel. In seiner Rolle als Anwalt - in der er den erpresserischen Pressezaren Imre Békessy vertrat, das Kraus'sche Feindbild schlechthin - stand Walther Rode mitunter auf der falschen Seite. In der Fackel mokierte sich Kraus über "das Reinheitsideal dieses Kämpen, gegen dessen polemische Kraft ich ein Schlucker bin" und "der mit der eisernen Hand eines Götz von Berlichingen schreibt und wie der Abraham a Santa Clara spricht, was bei Juden selten ist". Anton Kuh


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