Einsam und solidarisch

Extra | Karl Wagner | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

BRIEFWECHSEL Der Briefwechsel von Peter Handke und Alfred Kolleritsch ist ein schönes Dokument selbstloser Dichterfreundschaft.

Mit fast 250 Schriftstücken, vor allem Karten zweier Autoren, die auf ihre solitäre (und eben auch gemeinsame) Weise den großen Aufbruch der österreichischen Literatur in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts geprägt und gefördert haben, zeigt diese gewiss nicht vollständig erhaltene, jedoch in sich ungekürzt veröffentlichte Korrespondenz aus vierzig Jahren eine erstaunliche und angenehme Distanz zum Literaturbetriebsgehabe und den entsprechenden Selbstinszenierungen. Tritte für Dritte bleiben nicht aus; sie wurden nicht gestrichen: Für die Betroffenen mag das mitunter schmerzhaft sein, für Voyeure ist aber nichts zu holen; im Gegenzug bleiben dafür auch die Schwächen der Schreibenden ausgestellt: zu deren schönsten gehören "Schauen und Trinken" sowie Frauen und Wein.

Von Handkes erstem Brief an Emil Breisach aus dem August 1965 - ein


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