Angebaggert

Extra | Werner Schandor | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

UNGARN II Gergely Péterfy schreibt Prosa für Kalorienbewusste: "Baggersee" ist kein Roman - und das ist gut so.

Wenn man die aktuelle erzählende Literatur in die dicken, handlungsreichen Bücher und die dünnen, seltsamen unterteilen wollte, dann gehört "Baggersee" von Gergely Péterfy eindeutig in die zweite, momentan unterrepräsentierte Kategorie der dünnen, seltsamen Bücher. Jeder Autor, der was auf sich hält, möchte ein dickes, handlungsreiches Buch vorlegen. Nicht so der 42-jährige Ungar, dem ein Schotterteich am Land als Kulisse und eine Handvoll seltsame Typen, die dieses Habitat bevölkern, als Inventar für seine 140 Seiten Prosa reichen, auf die der Verlag großkotzig "Roman" geschrieben hat.

Es sind die kleinen Unregelmäßigkeiten des Lebens, von denen sich die Figuren am Baggersee kurzzeitig aus der Bahn werfen lassen: Die böse Vera heischt nach Sympathien, indem sie ohne Zusammenhang Fremdwörter und Namen wie "Konglomerat" oder "Leukippos" in den Raum stellt, womit


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige