Heilt Hitler!

Extra | Leopold Federmair | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

ALTERNATE HISTORY Eric-Emmanuel Schmitts "Was wäre wenn"-Roman "Adolf H." lässt Hitler von Sigmund Freud therapieren.

Hitler in mir? Nein danke! Ich bin zu allem Möglichen fähig, aber bestimmt nicht dazu, die Ermordung eines Volks zu befehlen. Zum Mitläufer würde ich mich noch eignen, vielleicht sogar zum Schreibtischtäter. Natürlich hoffe ich, wie jedermann, im Ernstfall nicht feig zu sein. Feigheit, das ist die Schwäche der meisten. Feigheit in uns. Aber Talent zum Hitler?

Den längst nicht mehr provokanten, eher zum Mainstream der Feuilletonschreiberei gehörenden Gedanken, jeder hätte Hitler werden können, hat Eric-Emmanuel Schmitt zu einem doppelsträngigen Roman ausgewalzt, in dem die Geschichte an einem bestimmten Tag zu Beginn des 20. Jahrhunderts - es wird wohl 1908 gewesen sein - einen anderen Adolf Hitler ausspuckt als den berüchtigten Massenmörder. Einen normalen Hitler. Besser gesagt, einen normal gewordenen. Einen geheilten. Schmitt verfolgt beide Stränge, den


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