Lochgott

Extra | Robert Misik | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

RELIGION Sam Harris' flottes atheistisches Brevier "Brief an ein christliches Land" ist ein Aufputschmittel für alle, die bei Richard Dawkins' "Gotteswahn" eingeschlafen sind.

Nach Richard Dawkins und Christopher Hitchens ist nun der Dritte aus der Dreifaltigkeit der US-amerikanischen religionskritischen Autoren auf Deutsch zu haben: In den USA brachte es Sam Harris' "Letter to a Christian Nation" ganz weit oben in die Bestsellerlisten. Der schmale, furios geschriebene Band richtet sich an einen fiktiven Kritiker von Harris' erstem Buch "Das Ende des Glaubens". Harris zerpflückt darin noch einmal die gängigen Argumente, die für die "Nützlichkeit" des Glaubens vorgebracht werden. Denn die Religiösen führen ja für ihren Glauben zwei Dinge ins Treffen: erstens, dass er wahr sei, und zweitens, dass er positive gesellschaftliche Effekte zeitige. Etwa, dass gläubige Menschen bessere Menschen und die heiligen Schriften moralische Leitfäden, die Menschen hingegen zu allem fähig seien,

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