Im Schatten der Aufklärung

Extra | Oliver Hochadel | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

ESOTERIK Auch das Okkulte profitiert von neuen Medien. Bei ihrem Gewaltmarsch durch die Geschichte der Esoterik verliert Sabine Doering-Manteuffel aber leider den Faden - und die Distanz.

Im Mai 1713 sucht der Teufel wiederholt das Anwesen des Dortmunder Arztes Barthold Florian Gerstmann heim. Er zerdeppert die gläsernen Geräte des Laboratoriums, zerschneidet und beschmiert Gegenstände und wirft mit Ziegeln. Aber die Familie Gerstmann weicht nicht, vertraut auf Gott, und Anfang Juni gibt der Höllenfürst auf. Sabine Doering-Manteuffel zeigt, wie der Arzt diese unerklärlichen Vorfälle in seinem 1714 gedruckten Bericht zur inneren Prüfung stilisiert, sie rekonstruiert Gerstmanns geistigen Kosmos zwischen Descartes und Luthertum, verweist auf konfessionelle Spannungen in der Stadt und auf die Konflikte mit den örtlichen Apothekern, wer denn nun berechtigt sei, Pillen zu drehen.

Die historische Tiefenschärfe macht diese Episode zum spannendsten Kapitel in ihrem Buch "Das Okkulte". Darin


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