Abu Ghraib ist nicht Dachau

Extra | Fritz Trümpi | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

GEHEIMDIENSTE Kritische Analyse und antiamerikanische Polemik: zwei Neuerscheinungen über die CIA, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

CIA - ein Kürzel, um das sich seit Beginn des Kalten Krieges Legenden und Verschwörungstheorien ranken und hinter dem die meisten Leute die geheime Supermacht schlechthin vermuten. "Die fiktive CIA, wie sie in Romanen und Filmen erscheint, ist omnipotent", fasst Tim Weiner, Autor der mit dem National Book Award ausgezeichneten CIA-Geschichte die übliche Rezeption des amerikanischen Auslandsnachrichtendienstes zusammen. Seine fast 700 Seiten umfassende Dekonstruktion dieser Geschichte fördert ein anderes Bild zutage. Weiners Fazit über die reale Bedeutung der Central Intelligence Agency ist ernüchternd: "Sechzig Jahre lang haben Zehntausende von Geheimdienstbeamten nur kleinste Fetzen an wirklich wichtigen Informationen zusammengetragen - und eben das ist das tiefste Geheimnis der CIA", schlussfolgert der Autor.

Weiner, von Hause aus Journalist


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