Homo shoppiensis

Extra | Robert Misik | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

KONSUM Die Konsumkultur wird von einem infantilistischen Ethos getragen, das aus Bürgern Kindern macht, meint Benjamin Barber.

Das Konsumieren ist in Gerede gekommen. Das ist insofern schon bemerkenswert, als die "Kommerzkritik" ja in den Fünfziger- und Sechzigerjahren ihren ersten Höhepunkt erreicht hatte, von Vance Packards "Geheimen Verführern" bis etwa zu Wolfgang Fritz Hauggs "Kritik der Warenästhetik". Später wurde eher "der Kapitalismus" als Ganzes kritisiert bzw. dessen greifbarere Schattenseiten: dass er ungerecht sei, dass er dafür sorge, dass in der Dritten Welt die Kinder verhungerten oder dass er chronische Instabilitäten produziere. Aber das Kaufen selbst, der Hunger des Konsumenten nach dem immer Neuen, die Verstrickung des Verbrauchers in "das System", schien kaum von großem Interesse. Und Werbung? Darüber schrieb man eine ganze Weile lang keine kritischen Bücher mehr.

Erst in den vergangenen Jahren hat sich das geändert. Von "No Logo" (Naomi Klein) bis "Haben-Wollen"


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