Zischlaute, Afrikaten, Schnalze

Extra | Tina Thiel | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

SPRACHE Daniel Heller-Roazen erzählt in "Echolalien" von gefährdeten Lauten und bedrohten Buchstaben und präsentiert das Vergessen von Sprache als deren lebendiges Element.

In einer Reise vom Gelalle des Babys bis nach Babel führt Daniel Heller-Roazen, Professor für vergleichende Literaturwissenschaft in Princeton, in 21 Kapiteln essayistisch durch die Vielfalt sprachlicher Vergesslichkeit. Die Welten, die er dabei streift, reichen von Philosophie, Theologie und Linguistik bis zu Literatur und Mythologie. Der Leser begegnet dort neben Philologen und Sprachwissenschaftlern auch Nymphen, schreibenden Kühen und der sprechenden Zunge eines Toten.

Gleich im ersten Kapitel seiner "Echolalien. Über das Vergessen von Sprache" führt der Autor zu seiner zentralen These hin: Sprache sei von Prozessen des Vergessens ebenso bedingt wie von Prozessen des Erwerbs. Aufbau und Zerstörung greifen ineinander. Nach Studien des russischen Linguisten Roman Jakobson verlieren Kinder beim ersten Spracherwerb


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