Vor den Iden des März

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Der Slogan "Arbeiten statt streiten" ist nicht nur läppisch, sondern auch undemokratisch.

Es sind wieder einmal Tage allgemeiner Aufgeregtheit. In den Medien triumphiert der Stammtischjournalismus, die Nase der Akteure immer auf Höhe der Tischplatte. Wir sind noch nicht so aufgeregt wie vor zwanzig Jahren, als es um Kurt Waldheims Rücktritt oder Verbleib im Amt des Bundespräsidenten ging. Die SPÖ hat zwei Wahlen verloren, weil sie in Graz und Niederösterreich derart schwache Kandidaten aufgestellt hatte, dass vorher jeder kommen sah, was nachher jeden entsetzte. Aber in den Tagen vor den Iden des März ist es mit solch bescheidener Analyse nicht getan.

Zwar würde ein kurzes Nachdenken jedem klarmachen, dass Neuwahlen nur den rechten Oppositionsparteien nützen, ein Szenario, das für die ÖVP nicht attraktiv ist, so lange die Strache-FPÖ mit ihr wegen Schüssels Begünstigung der Haiderabspaltung eine Rechnung offen hat. Rot und schwarz sind aufeinander angewiesen,


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