Dolm der Woche

Ch. Schönborn

Politik | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

Eine Schwangere lässt ihren Embryo untersuchen. Sie will wissen, ob er behindert ist, um ihn notfalls abzutreiben. Die Ärzte sagen: Das Kind ist gesund. Doch es kommt behindert zur Welt. Es entstehen finanzielle Verpflichtungen aufgrund falscher ärztlicher Auskunft. Das Kind, es klingt hart, ist für die Mutter aus juristischer Sicht ein "Schaden". Wer soll dafür haften? Die Mutter? Oder doch die Versicherung des Arztes? Der Oberste Gerichtshof sagt: die Versicherung. Denn der Arzt hat einen Behandlungsvertrag abgeschlossen und diesen mangelhaft erfüllt. Man kann solche Prozesse als unchristlich kritisieren. Doch Kardinal Christoph Schönborn wagt mehr. Er meint, dass es "schon nachdenkenswert" sei, dass "dieses Thema wieder auf der Tagesordnung steht". 70 Jahre nach dem "Anschluß". Wieder? Schönborn vergleicht Abtreibung mit Euthanasie, der staatlichen Ermordung von Behinderten. Auch als Kardinal steht ihm das nicht zu.


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