Presseschau

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

Der internationale Frauentag ist journalistisch gesehen eine der ödesten Veranstaltungen überhaupt. Jedes Jahr das Gleiche. Frauen verdienen zu wenig. Frauen sind Opfer von Gewalt. Frauen werden diskriminiert. Da könnte man jedes Jahr die Artikel vom Vorjahr ins Blatt hieven, denn ändern tut sich nicht wirklich etwas. Und weil einem die Ideen ausgehen, ließ der Standard dieses Jahr zwei männliche Journalisten pro und contra Weltfrauentag argumentieren. Danke übrigens fürs Mitgefühl, lieber wäre uns aber das fehlende Viertel an Gehalt, das sich Männer immer noch genehmigen, bar auf die Hand. Noch subversiver war dieses Jahr News. In der zum 8. März erschienenen Beilage News exklusiv ist zu erfahren, welche Probleme Frauen wirklich plagen. "Zum Sterben schön" lautet die Fotostrecke, in der Designerfetzen wie Mordopfer auf der Straße liegen, umrundet von Kreidespuren und Blutspritzern. Frauen sterben zum Beispiel für Jil-Sander-Absatzpatscherln. Hat News noch niemand verraten, dass Stöckelschuhe von Männern erfunden wurde, damit Frauen nicht mehr davonlaufen?


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