Zeichnen mit Hindernissen


Matthias Dusini
Kultur | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

KUNST Die Kunsthalle Wien präsentiert einen Werkblock des amerikanischen Künstlers Matthew Barney, der die Experimente der Neoavantgarde mit dem Budget eines Starkünstlers wiederholt.

Ein Wellnesswochenende für zwei schaut anders aus. Ein Mann und eine Frau fahren auf einem japanischen Walfänger. Sie tragen exotische Kostüme, Pelzmäntel mit Muscheln auf dem Rücken. Wenn er sie küssen will, muss er aufpassen, nicht von den Seeigeln in ihren Haaren gestochen zu werden. Langsam füllt sich die Kajüte mit Wasser, und statt sich nach einem Rettungsboot umzusehen, beginnen sich die beiden mit großen Fischmessern zu tranchieren. Sie schlitzen einander die Beine auf, Flüssigkeit tritt aus, halb Milch, halb Blut. Und als das Wasser sie schließlich ganz verschluckt hat, taucht noch einmal der Rücken des Mannes auf, und Wasser spritzt aus einem Hautschlitz; das mysteriöse Pärchen hat sich in Wale verwandelt.

Man könnte das Finale von Matthew Barneys Film "Drawing Restraint 9" (2005)

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