Mariandl im Schokolandl

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

THEATER Die "Geschichten aus dem Wiener Wald" im Volkstheater zeigen ansatzweise Mut, verlassen sich dann aber lieber auf ihre Stars.

Als Ödön von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald" am 1. Dezember 1948 im Wiener Volkstheater ihre österreichische Erstaufführung erlebten - 17 Jahre nach der Uraufführung am Deutschen Theater Berlin -, wurden sie fälschlicherweise als "G'schichten aus dem Wiener Wald" ausgewiesen. Genau in diesem Apostroph liegt das Problem, das Heikle an Horváth; man darf ihn nicht bei Sackbauers in der Favoritner Hasengasse ansiedeln, sondern muss die Distanz zum Regionalen schon sprachlich wahren: Horváth muss Hochdeutsch gespielt werden, wie er selbst es gefordert hat.

Die aktuelle Volkstheateraufführung in der Regie von Georg Schmiedleitner umgeht diese potenzielle Falle gleich großräumig, indem sie zwei der Hauptrollen mit Schauspielern besetzt, die das Wienerische hörbar nicht mit der Muttermilch aufgesogen haben und erst gar nicht in die Versuchung


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige