Strategien des Widerstands

Doron Rabinovici | Kultur | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

ESSAY Was bleibt vom Kampf gegen den Nationalsozialismus, wenn "Widerstand" zum Slogan für jeden Protest absinkt? Ein Glossar der Auflehnung.*

Die Wahl der Worte ist Teil des Kampfes. Widerstand ist eine Losung, eine Anrufung und ein Anspruch zugleich. "Widerstand" wurde zum Slogan, dessen sich Protestbewegungen bedienen. Der Begriff wird zur Rechtfertigung von Gewalt und als Tarnung der Macht verwendet. Er ist zu einem Ehrentitel geworden. Anders als der Ausdruck "Ungehorsam" verlegt der Begriff "Widerstand" den Akt der Übertretung auf die Obrigkeit. Im Unterschied zur Revolution steht beim Widerstand gegen die Staatsgewalt nicht die Utopie im Zentrum, sondern die Rückkehr zu einem Recht, das jenseits der Gesetze liegt. Rebellische und konservative Motive liegen hier eng zusammen.

Am Abend des ersten Februars des Jahres 2000 strömten etwa 200 Menschen vor dem Parlament in Wien zusammen. Im Hohen Haus verkündeten Wolfgang Schüssel und Jörg Haider ihre Einigung auf eine gemeinsame Koalition.

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