Im Chor Richtung Kohle

Kultur | Gregor Schenker | aus FALTER 11/08 vom 12.03.2008

THEATER Mit "Go West - eine Familie wandert aus" will das Schauspielhaus die Aufschwungsparolen der Fünfzigerjahre des letzten Jahrhunderts durchleuchten. Es könnte aber noch lichter werden.

Go West, Life is peaceful there, Go West in the open air", sangen einst Village People zur Melodie der russischen Nationalhymne. Dieser Gassenhauer wird in dem Auftragswerk des Grazer Schauspielhauses nicht geträllert, dafür wird in Dirndl und Krachlederner der Kanon "Hätt i di, hob i di" gejodelt. Dennoch, im Laufe des Stückes wird Erzengel Gabriel der bibelfesten Durchhaltemutter Maria (Juliette Eröd, der großen Bühne sprechtechnisch nicht ganz gewachsen) im Traum zur Verkündigung erscheinen und dabei frappant an den "Indianer" Felipe Rose der New Yorker Kostümdiscotruppe erinnern.

Der aus Bosnien gebürtige Autor und Grazer Stadtschreiber des Jahres 2006, Saša Stanišic´, hatte mit "Go West" offensichtlich den Auftrag, eine Bearbeitung des Musicals "The Sound of Music" abzuliefern. Obwohl


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