Vorwort

Zivilcourage ja - aber nicht hier!


Gerlinde Pölsler
Inhalt | aus FALTER 12/08 vom 19.03.2008

Grazer Rathaus, 13. März. Die Angelobung des Gemeinderates fällt fast mit dem 70. Jahrestag des "Anschlusses" Österreichs zusammen. Die Widerstandskämpferin Maria Cäsar, die in Gestapo-Haft gesessen war, war zu einer Rede eingeladen. Die 87-Jährige musste nach einem Schlaganfall erst wieder sprechen lernen, ihre Rede begleiteten kleine Pannen. Sie nahm es mit Humor. Die meisten im Saal waren offensichtlich vom Auftritt der mutigen alten Dame berührt. Maria Cäsar ist eine Respektsperson. Heute.

Überhaupt ist gerade viel von Zivilcourage die Rede. Bürgermeister Siegfried Nagl fand eben mahnende Worte für die Grazer, besonders die Jungen - zu wenige seien wählen gegangen. Er verweist auf die Erklärung der Menschenrechte, "in der es darum geht, Rechte in Anspruch nehmen zu können, aber sich auch dafür einzusetzen". Nun gibt es - vor allem junge - Menschen, die sogar demonstrieren gehen, um ihre Meinung kundzutun. Das wird in Graz zunehmend wenig geschätzt. Eben trudelte wieder

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