PSALM 2008

Alte Klänge, starke Worte

Kultur | aus FALTER 12/08 vom 19.03.2008

Seit 2003 verfügt das styriarte-Team rund um Intendant Mathis Huber alljährlich zu Ostern über ein weiteres musikalisch-intellektuelles Betätigungsfeld. Im unterschiedlichen Rhythmus von Christentum, Judentum und Islam ergeben sich immer wieder neue spannende Konstellationen von religiösen Zeremonien, Festen und Feiern. Psalm will kulturelle Begegnungen durch die Jahrhunderte sichtbar machen und widmet sich heuer "starken Frauen".

Diese Woche gibt es noch an zwei Abenden die "Tenebrae" des Joseph-Hector Fiocco zu entdecken, seines Zeichens Kapellmeister von Antwerpen anno 1733. Vor den Konzerten steht jeweils eine "starke Frau" am Rednerpult. Am 19.3. ist das Pauline Riesel-Soumaré, die in der Heilandskirche eine Gesprächsrunde zu Migration und Integration moderiert, am 20. spricht Lea Rosh (siehe oben) im Minoritensaal über die Notwendigkeit, sich der NS-Verbrechen zu erinnern.

Musikalisch spannt der Psalm einen weiten Bogen von der Antike bis zur ukrainischen Klezmer-Blaskapelle. Der Gründonnerstag steht, ausgehend vom muslimischen Mevlud-Fest, also der Geburt des Propheten, im Zeichen der Geburtslegenden von Persönlichkeiten quer durch die Zeiten, die Musik steuern die griechische Folkband Daemonia Nymphe und das Ensemble Sarband bei. Am Karfreitag - zugleich Purim - steht Christian Joseph Lidartis Oratorium "Esther" am Programm, um 16 Uhr in einer Fassung für Kinder. Am Ostermontag blasen Trompeten Consort Innsbruck und die Odessiter Klezmer-Band konsonans retro in der List-Halle zum "Halleluja", und am 25.3. setzt ebendort Jordi Savall - gemeinsam mit seiner Frau Montserrat Figueras und dem Ensemble Hespèrion XXI - den Schlusspunkt mit Liedern aus Spanien unter dem Titel "Lux feminae".

Psalm 2008, bis 25.3., Karten: 0316/82 50 00, unter tickets@styriarte.com oder direkt im styriarte-Büro in der Sackstraße.


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