Kommentar

Theaterreform? Lang nichts gehört.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 12/08 vom 19.03.2008

Am Samstag war in der Presse ein Interview mit Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny zu lesen. Spätestens jetzt muss man sich um die Theaterreform sorgen. Mailath-Pokorny macht in dem Gespräch alles andere als einen souveränen Eindruck. Auf die Frage etwa, warum der Vertrag von Tanzquartier-Leiterin Sigrid Gareis nicht verlängert wurde, während andere Direktoren städtischer Institutionen - etwa Kunsthallenchef Gerald Matt - viel länger im Amt sind, antwortet er folgendermaßen: "Man sollte nicht Äpfel und Birnen vergleichen. In der bildenden Kunst gibt es längerfristige Entwicklungen, beim Tanz ändert sich alles sehr rasch." Eine interessante These, die nur einen Makel hat: Sie ist ziemlich sicher unhaltbar.

Noch seltsamer wird's, wenn der Stadtrat über den Status quo der von ihm in die Wege geleiteten Theaterreform spricht. "Wir vergeben jetzt die nächsten Verträge ab 2009." Aha. Einfach so, oder wie? Und warum weiß man davon nichts? Wo bleibt die einst gebetsmühlenartig


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