Ein Kick für den Kopf

Kultur | aus FALTER 12/08 vom 19.03.2008

Buchmarkt - Mit der Buchmesse, einem gigantischen Lesefest, einem Buchpreis und dem Literaturinstitut hat sich Leipzig als Literaturstadt etabliert. Wien könnte manches daraus lernen. KLAUS NÜCHTERN / Leipzig

Warum Menschen freiwillig auf eine Buchmesse gehen, gehört an sich nicht zu den kleinsten Mysterien der zivilisierten Menschheit: Man zahlt Eintritt, um sich mit tausenden anderen zig Kilometer durch eine monotone Kojenarchitektur zu schleppen, durch die ab und zu die Gerüche von Imbissständen wehen. Es gibt hier einfach von allem zu viel: zu viele Menschen, zu viele Bücher. Jeder Besuch einer anständigen Buchhandlung wäre vernünftiger und ökonomischer, wenn es nur darum ginge, Lesestoff zu selektieren.

Aber natürlich geht es nicht nur darum. Man will dabei sein, an der Aura von Wichtigkeit und Betriebsamkeit teilhaben, obwohl die Konzentration sinnlosen Smalltalks hier so dicht ist wie sonst nur bei Elternabenden und beim Friseur. Die Statistiken wissen nichts davon: 129.000


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