Mit Punkt und Beistrich


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 12/08 vom 19.03.2008

Literatur - Mit seinen Stories "Die Nacht, die Lichter" hat Lokalmatador Clemens Meyer den Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen.

Clemens Meyer freute sich wie ein Fußballer. Ginge es nur um körpersprachlich überzeugend zum Ausdruck gebrachte Begeisterung, hat der dreißigjährige Leipziger den Preis der Leipziger Buchmesse völlig zu Recht bekommen. Dass die Optik ungünstig ist und der Vorwurf des Provinzialismus nicht ganz grundlos erhoben wurde (siehe Artikel auf Seite 56), ist freilich nicht Meyers Schuld. Mittlerweile hat der Autor sein Erscheinungsbild einem Relaunch unterzogen: Die Skinheadglatze ist von einer ideologisch neutralen Frisur überwachsen, die üppigen Tattoos sind von Hemd und Jackett verdeckt. Seinem Milieu ist Meyer freilich treu geblieben, und das unfreundliche Wort "Unterschicht" dürfte der unverblümten Direktheit, die der Autor gerne an den Tag legt, eher entsprechen als jedes euphemistische Gedöns über marginale Existenzen.

Es sind Verlierer, deren Niederlagen

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