Baba, Beijing

Kultur | Michael Pekler | aus FALTER 12/08 vom 19.03.2008

FILM - In ihrem Film "Lost in Beijing" wirft Filmemacherin Li Yu einen kritischen Blick auf die chinesische Gesellschaft. Allerdings auch einen erstaunlich "westlichen".

Der Blick auf eine Gesellschaft, in der vieles nicht gesehen wird, weil es nicht gesehen werden darf, hat Li Yu schon immer interessiert. Nach frühen dokumentarischen Arbeiten thematisierte die chinesische Filmemacherin in ihrem ersten Spielfilm "Fish and Elephant" (2001) - angeblich überhaupt zum ersten Mal im chinesischen Kino - die Liebe zwischen zwei Frauen. Der Film war vor sieben Jahren bei der Viennale (wo die Arbeiten der heute 35-jährigen Regisseurin regelmäßig präsentiert werden) zu sehen, und dennoch behält man nachhaltig in Erinnerung, wie sich Li Yu der Beziehung der beiden Frauen in semidokumentarischem Stil nähert, sich die vorsichtige Annäherung in ruhigen Kadrierungen vollzieht. Randexistenzen standen auch im Zentrum des nachfolgenden "Dam Street" (2004), in dem ein 16-jähriges Mädchen gezwungen


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