Kritik kurz

Kultur | Maya Mckechneay | aus FALTER 12/08 vom 19.03.2008

One Missed Call - Ja, ja, ja, Japan-Horror. Wir wissen eh. Und Takashi Miike ("Audition") wusste es 2003 natürlich auch, als er sein "Chakushin ari" alias "One Missed Call" drehte, eine Persiflage auf die längst überstrapazierten Konventionen des asiatischen Horrorkinos. Miike mixte das Symbolinventar mit Splattermomenten à la Raimi, abgetrennten Teenagerhänden, die blutsprudelnd ein letztes SMS fertigtippten. Was will man mehr? Oder: warum noch mal? Im US-Remake von "One Missed Call" bleibt die Story gleich: Teenager empfangen Handybotschaften aus dem Jenseits. Und hören den eigenen Todesschrei auf der Mailbox. "Nicht so sehr aus der Macht der Medien entsteht das Grauen, sondern aus der menschlichen Regression, die sie erzeugen", schrieb Georg Seeßlen einmal. Inmitten der pixelfetten Computereffekte von "One Missed Call", Version 2008, beschleicht einen ebenfalls Grauen vor der Regression, der technischen, und der menschlichen sowieso. Ein sehr schönes Bild findet das Remake jedenfalls für den amerikanischen Asien-Horror-Remake- Boom selbst: Ein japanischer Zierteich packt die amerikanische Gartenbesitzerin und frisst sie ratzeputz auf. Ab 20.3. in den Kinos.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige