Kritik kurz

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 12/08 vom 19.03.2008

Genau und anders - Ein Einser in Mathematik als Voraussetzung für gute Kunst? Das Museum moderner Kunst greift tief in seine Bestände und fördert alles zutage, was entweder Zahlen oder Ecken zeigt. Die große Schau gibt zwar die Renaissance als Ausgangspunkt ihrer Erkundung an, kommt aber wenig über die von Albrecht Dürer geprägte Epoche hinaus und setzt erst mit dem Kubismus wieder voll ein. Dürers rätselhafter Stich "Melencolia" enthält eine Vielzahl mathematischer Symbole und Anspielungen, die der Mathematiker Rudolf Taschner im Katalog deutet. Von Bauhaus und Konstruktivismus führt der Weg in die konkrete Kunst der Nachkriegszeit und den US-Minimalismus. Die Wiener Sammlung Ludwig eignet sich gut für eine solche Themenausstellung, auch die jüngst geschenkte Kollektion der Familie Bogner liefert viel Anschauungsmaterial. Bei etlichen der gezeigten Arbeiten erschließt sich der Mathematikbezug nicht leicht, aber es zahlt sich aus, die Herausforderung anzunehmen. Bis 18.5. im Mumok.


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