Kritik kurz

Kultur | Andreas Dallinger | aus FALTER 12/08 vom 19.03.2008

Alcione - Weil man in Wien so selten Gelegenheit hat, einer Oper des französischen Barock zu begegnen, darf man sich über "Alcione" von Marin Marais im Odeon doppelt freuen. Nicht nur lohnt die Begegnung mit der Ovids Metamorphosen entnommenen Geschichte tragischer Liebe, die Marais über eine zart verästelte, delikat verwobene, nur da und dort ein wenig lahmende Komposition erzählt. Philipp Harnoncourt (Regie), Erwin Piplits, Ulrike Kaufmann (Ausstattung) und Lorenz Duftschmid (Musikalische Leitung) begegnen dem manieristisch anmutenden Werk mit sensibler Geradlinigkeit. Ohne interpretatorischen Zwang überzeugen Spiel und Gesang des jungen, stimmfrischen und stilsicheren Ensembles durch höchste Natürlichkeit. Ebenso bestechend das Klangbild des Orchesters Armonico Tributo Austria, das aber rund um die Pause in die Nähe allzu nonchalanten Musizierens gerät. Ein leichtfüßiger Abend, zu Recht umjubelt. Noch am 20., 25., 27., 29. und 30.3. im Odeon.


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