Stadtrand

Radknacker

Stadtleben | aus FALTER 12/08 vom 19.03.2008

Wenn man zum Beispiel sein Fahrrad aus Witterungsgründen nicht benutzt und es mangels Abstellmöglichkeiten ordnungsgemäß an einem städtischen Fahrradbügel beim Bezirksamt Währing absperrt, wird das Schloss nach ein paar Wochen städtisch geknackt. Anschließend wird das Rad ordnungsgemäß im schönen Simmering städtisch deponiert, perfiderweise an einem mit Öffis nicht zu erreichenden Ort. Dort kann man es dann, wie "Falter"-Leser Doktor W. berichtete, für 48 Euro plus zwei Euro Standgebühr pro Tag auslösen. Verständlicherweise ist Herr W. ein bisschen pikiert. Bei Sturm und Hagel strampelte er vergangene Woche mit seinem ausgelösten Rad von Simmering in den 18. Bezirk zurück und fragte sich, wieso er eigentlich nasse Klamotten, kein teures Sicherheitsschloss mehr und einen Erlagschein über fünfzig Euro zu begleichen hat. Das fragen wir uns auch. Dass rostige Fahrradleichen entfernt werden, die Wiens knappe Abstellanlagen blockieren, ist okay. Aber wie lange darf man intakte Räder im öffentlichen Raum abstellen? Wir fordern: Gerechtigkeit für Doktor W.! Und ein neues Bügelschloss. C. W.


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