Der Robbie Williams aus Lagos

Stadtleben | Nina Horaczekk | aus FALTER 12/08 vom 19.03.2008

Porträt - Ein nigerianischer Superstar besuchte Wien und kein Weißer hat es bemerkt. Nun möchte African China für seine schwarzen Brüder in der Schubhaft singen.

Ein einziges Mal hat er sich in eine Straßenbahn getraut. Timothy Chinagorom Onuoha wagt sich sonst nur bei Dunkelheit auf die Straße, lässt sich in Autos mit abgedunkelten Scheiben herumkutschieren, öffentliche Plätze sind ihm ein Graus. Der Nigerianer braucht aber noch dringend ein Foto, bevor er in den Flieger steigen muss. Für seine "Wall of Freedom" in seinem Haus in der nigerianischen Metropole Lagos. Dort hängen bereits Bilder von Rastafari-Begründer Haile Selassie, von Reggae-Ikone Bob Marley, vom amerikanischen Bürgerrechtler Martin Luther King und von Südafrikas schwarzem Befreier Nelson Mandela. "Jetzt fehlt mir nur noch ein Foto von Ute Bock", sagt Onuoha, zieht sich eine Jacke über und macht sich auf den Weg in den zweiten Bezirk, ins Büro der Wiener Flüchtlingshelferin.

Onuoha meidet das Tageslicht,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige