Spittelau Bierlokalmassacre

Stadtleben | Florian Holzer | aus FALTER 12/08 vom 19.03.2008

Neue Lokale - Zwei neue, riesige Bierlokale nur wenige Meter voneinander entfernt - kann das gutgehen? Höchstwahrscheinlich, und leider, ja.

Auch wenn man von Wirtschaft nur wenig versteht, so ist doch klar, dass Business immer nach einer - mitunter verheerenden - simplen Logik abläuft: Angebot schafft Nachfrage und umgekehrt; Konkurrenz belebt, aber zu viel Konkurrenz tötet; der Stärkere gewinnt. Gastronomen missachten diese einfachsten Regeln gerne, da sie der festen Überzeugung sind, dass ihr Konzept eh das weltbeste ist und der Markt außerdem unendlich groß (am Naschmarkt stimmt's ja offenbar auch).

So geschah es kürzlich, dass mit großem Hallo das 9er Bräu in der ehemaligen Waldviertler Botschaft eröffnete: 700 Quadratmeter, 250 Sitzplätze, keine wesentlichen Gestaltungsaspekte, Achtzigerjahrehits in Discolautstärke, Großbildflatscreens mit FC-Bayern-Fußballspielen, Ausblick aufs Verkehrsamt, die Lüftung auf Stufe "Kyrill", Bier von Puntigamer und die übliche Bierlokalspeisekarte

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