Nach Hostice - ein Gegenbesuch

Politik | Max Haller | aus FALTER 13/08 vom 26.03.2008

ESSAY Ein Lokalaugenschein in der slowakischen Heimat vieler Menschen, die in Graz betteln: Über Widersprüche im Denken über Osteuropa und ambivalente Entwicklungen in der EU.

Ein persönlicher Schicksalsschlag - das Ableben meiner Frau - hat mich auf die Idee gebracht, einen Besuch im südostslowakischen Dorf Hostice zu machen, jenem Ort, aus dem immer wieder bettelnde Menschen nach Graz kommen. Nach Graz, das sich eine Zeitlang als aktive "Stadt der Menschenrechte" rühmen konnte und dessen Oberhaupt sich noch kurz vor den Wahlen für ein Verbot des Bettelns aussprach. Analog zu Fürstenfeld, wo das Verbot tatsächlich erlassen und inzwischen vom Verfassungsgerichtshof wieder aufgehoben wurde.

Von Wien Richtung Budapest und dann Bratislava fährt man mittlerweile ohne Unterbrechung und Passkontrollen durchgehend auf der Autobahn. Südlich von Rimavska Sobota, in einem abgelegenen Winkel an der Grenze zu Ungarn, liegt Hostice. Vorbei an einem zugefrorenen See erreiche ich den Ort. Er


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