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Kultur | Gregor Schenker und Hermann Götz | aus FALTER 13/08 vom 26.03.2008

Ewald Palmetshofer ist heuer dreißig und Hausautor am Wiener Schauspielhaus - ein weiterer erfolgreicher Jungdramatiker, der ziemlich an den Anfang seiner Karriere den Retzhofer Literaturpreis stellen kann. Weit weniger erfolgreich ist Max, ebenfalls um die 30 und Zentralfigur in Palmetshofers "wohnen. unter glas". Das nur wenige Wochen nach der Wiener Uraufführung auf die Probebühne des Grazer Schauspielhauses übersiedelte Stück (bis 26.4.) erzählt von drei ehemaligen WG-Gefährten in Römerquellen-Konstellation, die sich treffen, um sich ein bisschen zu erinnern. Der stark reflexive Text forciert eine verknappte, zerstückelte Umgangssprache, die ebenso hyperrealistisches Gestammel ist wie rhythmische Poesie. Regisseurin Hanna Rudoph hat sich für Realismus entschieden, das fordert Jaschka Lämmert, Ninja Reichert und Markus Schneider. Die anfängliche Komik weicht der Trostlosigkeit. Max und die beiden Frauen können mit ihrer Zukunft ebenso wenig anfangen wie mit ihrer Vergangenheit.


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