Im tiefen Frieden

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 13/08 vom 26.03.2008

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Nach der Koalitionskrise ist vor der Koalitionskrise. Wie konnte es so weit kommen?

Österreich ruht im Koalitionsfrieden. Was scheren uns Taschen-Diebe? Was kümmern uns aufsässige Bundesländer, die sich mit den Kindergartenplätzen nicht abfinden wollen? Was ficht uns Streit und Hader an? Wir sind wieder gut! Gusi und Molterer haben einander wieder lieb, fast so lieb wie Werner Faymann und Josef Pröll, also wirklich lieb. Die tiefe Sehnsucht nach Harmonie und österlichem Frieden umfängt alles, ein Land lässt sich ins Osternest fallen und piepst entspannt.

Was ist da passiert? Eine Koalition hat sich selbst gelähmt. Politik hat sich selbst diskreditiert. So las man es, und doch ist das eine unpräzise Beschreibung der Lage. In der Tat hat die eine der Regierungsparteien, wie in dem von ihr verlorenen oder ihr entwendeten Papier deutlich wurde, die andere bewusst in jeder Einzelheit blockiert. Dass die Mehrheit der Kommentatoren daraus ein doppeltes Versagen


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