Fünf Stunden vor Wien

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 13/08 vom 26.03.2008

REPORTAGE In ukrainischen Lagern lässt die EU Flüchtlinge von sich fernhalten. Eine Reise auf die andere Seite des neuen Schengenzauns.

Gerade haben die Inder gegen die Pakistani gewonnen. Die Männer spielen in der Nähe des altösterreichischen Dorfes Schönborn Kricket. Die Ortschaft liegt in der Ukraine. Das Spiel fand hinter Stacheldraht statt. Die Spieler tragen abgenutzte Soldatenmäntel oder unförmige Daunenjacken anstelle der Spielerdressen. Mit einem Holzprügel schleudern sie den Ball über den Morast. Dieses Spiel spielen sie hier täglich, und das seit Monaten. Dabei hatten sie doch ein neues Leben im europäischen Paradies gesucht. Nun sitzen sie im Deportationscamp Pavshino.

Valeriy Terekov beobachtet das Spiel jeden Tag. Er trägt einen Tarnanzug, als würde hier in diesem Lager Krieg herrschen. Wenn er spricht, blitzen seine Goldzähne. Auf seinem Kopf sitzt eine Mütze aus Kunstfell. Der bullige Mann, ein Boxertyp, bewacht für umgerechnet 150 Euro im Monat nun Einwanderer,


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