Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 13/08 vom 26.03.2008

Schmetterling und Taucherglocke "Ich merke gerade, dass außer meinem Auge zwei Dinge nicht gelähmt sind: Fantasie und Gedächtnis." Die Worte dieses Mannes, gesprochen aus dem Off, zerren jene Bilder ans Licht, die er sich vorstellen und an die er sich erinnern kann: Bilder von eigenartiger Schönheit, Erinnerungsfetzen an die Kindheit, befremdende Aufnahmen von klaustrophobischer Enge. Julian Schnabel schickt den Zuschauer in das Innere eines Mannes, dessen Kommunikation mit der Außenwelt auf ein Minimum reduziert ist. Der Maler und Regisseur ("Basquiat") erzählt in seinem dritten Spielfilm die wahre Geschichte des französischen Journalisten Jean-Dominique Bauby, der nach einem Schlaganfall am sogenannten Locked-in-Syndrom litt: Als Gefangener im eigenen Körper konnte Bauby einzig mit seinem linken Auge blinzeln - und diktierte auf diese Weise seine Autobiografie, die drei Tage vor seinem Tod 1997 erschien. Schnabels Leistung ist es, für dieses Szenario eine Struktur gefunden zu


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