Stadtrand

Speed-Hating

Stadtleben | aus FALTER 13/08 vom 26.03.2008

Wenn man zum Beispiel eine Dame mit Fahrrad darauf hinweist, dass das Kind auf dem Kindersitz hinter ihr im dichten Kolonnenverkehr die Arme ausbreitet und mit seinen Patschehändchen Autos streift, wenn man also die Fahrraddame auf die damit verbundene Gefahr für Leib und Leben des Kindes, für Arme und Händchen hinweist, was sagt sie dann? "Das geht Sie gar nichts an!" Ist tatsächlich passiert, wie unfreundlich! Wenn man einem die Tür aufhält und er benutzt absichtlich die andere Tür, ist das doch unhöflich! Oder wenn man einer genervten Mutter mühsam den mit Nachwuchs und Einkäufen bis obenhin angefüllten Kinderwagen aus der Straßenbahn wuchtet und der genervten Mutter kein "Dankeschön" über die Lippen kommt (nicht mal ein genervtes), dann ist das nicht nett. Und wenn man einen angetrunkenen Passanten, der vor ein sich nahendes Auto wankt, von der Straße zieht und der nur "Du Oaschloch" sagt, ist das gemein. Aber. Jetzt ist Schluss mit freundlich! Ignoranz ist das neue Nett. Speed-Hating ist angesagt - mal sehen, wie lange man so etwas durchhält. C. W.


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