Cirque sans Clowns

Stadtleben | Klaus Nüchtern | aus FALTER 13/08 vom 26.03.2008

SPEKTAKEL "Afrika! Afrika!" ist wieder in der Stadt. Ein Plädoyer für eine enthellerte und unkritische Rezeption.

Schon als Kind hat mich Zirkus deprimiert. Warum diese Institution von Malern, Schriftstellern, Filmemachern, Musikern und poetischen Dampfplauderern immer wieder als magischer Ort dargestellt wird, an dem das Drama des Daseins in metaphorischer Verdichtung sich vollzöge, ist mir ein Rätsel geblieben. Trotz ungebrochener Wertschätzung für die Musik von Charles Mingus ("The Clown"; "Don't Be Afraid, the Clown's Afraid Too") fand und finde ich Clowns furchtbar, ja ich vermute, dass dies - von einigen irregeleiteten Künstlern abgesehen - eigentlich alle Menschen tun. Dass es bis jetzt noch nicht aufgeflogen ist, liegt ausschließlich an dem besonderen Fall kollektiven Fremdschämens und imaginierter wechselweiser Rücksichtnahme, die hier vorliegt: Normalerweise würde der halbe Zirkus in den Homer-Simpson-Ruf "Langweilig!!" ausbrechen. Die Armseligkeit clownesken Humors


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