Ab in die Besucherritze

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 13/08 vom 26.03.2008

TOURISMUS Wien ist zur Euro schon fast ausgebucht. Ganz Geschäftstüchtige vermieten jetzt privat Betten.

Gewinnbringende Gastfreundschaft" kann man natürlich auch sagen. Zumindest die Leute von der Internetplattform Prooms bezeichnen den lukrativen Job als Nebenerwerbshotelier so. Prooms steht für "private rooms", und darum geht es auch: Die unlängst gelaunchte Website vermittelt zwischen privaten Zimmervermietenden und Zimmersuchenden - nicht nur während der Fußballeuropameisterschaft. Aber gerade da sind Wiens Hotelbetten und Fremdenzimmer fast alle ausgebucht, dass sogar Hilfsorganisationen nicht mehr wissen, wohin mit ihren Einsatzkräften, die aus den Bundesländern oder dem benachbarten Ausland nach Wien reisen.

Bei dem Community-Projekt im Internet definieren Anbieter von privaten Gästezimmern, Ferienwohnungen, Apartments, freien Sofaplätzen und Besucherritzen selbst den Preis, die Form der Bezahlung und sogar die gewünschten Besuchergruppen ("bloß keine Hooligans!"). Anbieten und Suchen kostet nichts, für erfolgreiche Zimmervermittlung gibt's eine Provision.

Mehr als 500 Schlafplätze gibt es bereits, nicht nur in der Euro-Hauptstadt Wien, sondern auch in allen anderen Austragungsorten in Österreich und der Schweiz. Interessant dürfte die Preisentwicklung und damit zusammenhängende Kaltschnäuzigkeit der Zimmeranbieter werden. Bereits jetzt verlangen viele fürs Gästebett in der Teilzeit-WG mehr als manche Hotels. Aber die sind halt schon fast alle ausgebucht.


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