Vorwort

Im Bedeutungsschatten

Thomas Wolkinger | aus FALTER 14/08 vom 02.04.2008

Gäbe es in dieser Stadt eine Liste total diskreditierter Wörter, das Wort "Nachhaltigkeit" führte sie mit großem Abstand an. Und würde es dann je von einem anderen Wort abgelöst, man weiß ja nie, dann spräche man ihm wohl einen Listenehrenplatz auf Ewigkeit zu. Seit dem Jahr 2003, in dem Graz sich den Titel Kulturhauptstadt zumutete, wird jedenfalls über dieses Wunderwort gerätselt, bald wird es sehnsüchtig beschworen, bald ob seiner Vergänglichkeit verdammt. Dann etwa, wenn wieder einmal jemandem einfällt, dass der Uhrturmschatten nicht mehr an seinem ihm ursprünglich von Markus Wilfling zugedachten Platz steht oder Richard Kriesches Marienlift künftig den Hartbergern charmante Ausblicke gewährt - auf deren Ökopark nämlich.

Wo ist sie also hin, die Nachhaltigkeit des Ausnahmezustandes? Vielleicht könnte man ja sagen, sie habe sich in genau diese Frage verkrochen. Denn wenigstens hallt seit 2003 die Unzufriedenheit darüber nach, dass nichts Vergleichbares, nichts Aufregenderes


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