Von außen nach innen

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 14/08 vom 02.04.2008

DIAGONALE SPECIAL II Unterwegs ohne Sinnvorgabe: "A Prima Vista", eine bewegende filmische Meditation von Michael Pilz.

Eine Straßenpfütze im Morgengrauen. (Schnitt.) Zehn Meter weiter arbeiten Müllmänner. (Schnitt.) Ein Kind nuckelt an einer Flasche, schaut sich um, entfernt sich aus dem Bildausschnitt. (Schnitt.) Am Straßenrand stehen Wegweiser und knallige Mülleimer Spalier. (Schnitt.) Und plötzlich bringt eine Totale die Pfütze, den wegfahrenden Müllwagen und das nachblickende Kind zusammen.

Lässt sich die Besprechung eines Michael Pilz-Filmes überhaupt anders beginnen als mit einer Bilder-Beschreibung? Dass diese in der Regel scheitert, weil sie geschmäcklerisch auswalzt, was Pilz in seinen Aufnahmen einfach registriert, ist vermutlich bereits ein Indiz für die poetische Präzision seiner Arbeiten. Was meine Etüde in Morgengrau-Moll hoffentlich trotzdem belegt: Dass Pilz' Aufzeichnungen, trotz aller eigensinnigen Privatheit, für die sie auf avancierten Festivals geehrt


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