Eine Straße für Muhammad!

Joachim Schätz | Kultur | aus FALTER 14/08 vom 02.04.2008

DIAGONALE Migration und transnationale Identitäten sind Schlüsselthemen der Diagonale - auch in der regulären Filmauswahl. Ein Ausblick.

Ein Kinosaal: "Ich bin fremd hier. Ich bin Aus-län-der", spricht ein freundlicher Herr in makellosem Deutsch von der Leinwand und lächelt gönnerhaft ins Auditorium. Dort werden seine Worte brav wiederholt. Filmvorführungen wie diese dienten als Sprach-Crashkurse für die Tausenden türkischen Arbeitskräfte, die nach dem Anwerbeabkommen von 1964 nach Österreich eingeladen wurden: Einübung ins Fremdsein.

Mit "Gurbet - In der Fremde" hat Kenan Kiliç ("Nachtreise") ein grundsolides dokumentarisches Porträt dieser ersten Generation von Arbeitsmigranten gefertigt: In den Schilderungen der Zeitzeugen, die Kiliç in den Mittelpunkt des Films stellt, ist schnell von erniedrigenden ärztlichen Untersuchungen und Streichen am Arbeitsplatz die Rede. Mehr Eindruck als derartige Dressurmaßnahmen hat bei den meisten aber offensichtlich die Erfahrung alltäglicher

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